Verwendung kurzer Schichten
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Hintergrund
Kurze Dienste sind in vielerlei Hinsicht attraktiv:
- Häufig entsprechen sie besser dem Bedarf und erlauben eine geringere Unterdeckung und/oder Überdeckung.
- Die Belastung aus der Arbeit ist geringer.
- In manchen Bereichen ist die Produktivität höher.
Sie sind in manchen Branchen weit verbreitet (zB Call Center, zT Handel), in anderen eher selten (zB Industrie).
Beschäftigte lehnen sie oft ab, weil
- weniger freie Tage zur Verfügung stehen.
- mehr Anfahrten erforderlich sind.
Wichtige Zusammenhänge
Wichtige Zusammenhänge im Bereich der Dienstlängen sind:
- Die heilige Gleichung
(durchschnittliche) Einsätze pro Woche * durchschnittlicher Schichtlänge = (durchschnittliche) Arbeitszeit pro Woche
- Wichtige Randbedingung: Wenn die Zahl der Einsätze 5 nahe kommt oder übersteigt, dann wird die (flexible) Planung zunehmend schwieriger:
- Es gibt weniger freie Tage.
- Bei Bedarf sind die meisten Personen schon eingeteilt oder können vom Plan her nicht eingeteilt werden (weil sie zB am Vortag mit der Nachtschicht begonnen haben).
- Der Anteil an Freizeit, der bei einer Änderung verloren geht, ist höher.
- Kurze Dienste sind planungstechnisch gut möglich, wenn
- die Arbeitszeit gering ist.
- die kurzen Dienste selten sind.
- zumindest einige andere Dienste etwas länger sind (sodass die durchschnittliche Dienstlänge ok ist).
- nur wenige Personen kurze Dienste machen, für die das aus ihrer Lebenssituation heraus passt.
- Von betriebswirtschaftlicher Seite sind damit oft das das Thema Teilzeit und die entsprechenden Fragen der Produktivität berührt (siehe auch [1])
Ein 6h Arbeitstag ist von der Zeitnutzung her nicht mit 8h oder 9h Tagen zu vergleichen und erlaubt eine andere Zeitorganisation. Umgekehrt sind die freien Tage bei 12h nicht selten durch Offenes aus den Arbeitstagen in der Nutzung reduziert. Bei sehr langen Diensten und vielen freien Tagen kommt es auch häufiger zu Nebenbjobs/Schwarzarbeit.
Vertiefendes dazu: Gärtner, J., C. Klein, and D. Lutz, Arbeitszeitmodelle - Handbuch zur Arbeitszeitgestaltung. 2001, Wien: ORAC-Verlag.
Sehr gut können diese Kennzahlen mit dem Bausteinen Personal und Jahresplanung allgemein im OPA berechnet werden. Auch das Berechnen der Ausfallswahrscheinlichkeiten wird gut unterstützt und kann auch im SPA abgebildet werden. Für die Simulation der Pläne bieten sich Freischicht/Einbringschicht im SPA auf der Werkbank an.
Kurzfristige Absage/Verkürzung der Dienste
Sind immer wieder, punktuell kürzere Dienste erforderlich, wird bei der Planung
- in der Regel ein Grundplan entwickelt, der von der Wochenstundenzahl etwas über SOLL liegt,
- so dass nach den kurzfristigen Ausfällen, die Soll-Arbeitszeit möglichst gut erreicht wird.
Auch hier wirkt wieder der oben angeführte Zusammenhang der durchschnittliche Einsätze.
Kurzfristige Ausfälle von Arbeitszeiten
- sind in der Regel für die Beschäftigten einfacher zu handhaben als Zusatzzeiten
- ausser die Zeit ist (zB auf Grund schlechter Verkehrsverbindungen) schlechtnutzbar.
Es gibt unterschiedliche Mechanismen für die Vergütung
- ein länger im voraus bekannte Kürzung erfolgt in vielen Unternehmen ohne Kosten (zB 1-2 Wochen im voraus)
- kurzfristiger gibt es in manchen Unternehmen
- Beschränkungen von der Anzahl solcher Kürzungen
- Beschränkungen bezüglich des Volumens (zB maximal im Umfang der Feiertagsausgleichstunden, der Überstundenzuschläge ...)
- ein immaterieller Ausgleich (die Absage ist möglich, dafür aber dürfen ....)
- ein Ausgleich mit teilweiser Anrechnung der entfallenen Zeit auf die Soll-Arbeitszeit (zB Gutschrift von 25% der abgesagten Zeit)
